| 5 | |  Name: | rb
(info@roteboerde.de)
| | Datum: | Mo 15 Mär 2010 22:52:21 CET | | Betreff: | Offener Brief von Manfred Such an Pater Ralf Preker | | | Sehr geehrter Herr Preker,
es gelingt Ihnen offenbar auch in Ihren 4. „Sonntagsgedanken“ nicht, einen zutiefst menschlichen Sachverhalt einfach nur als Gedanken zur Besinnlichkeit und Erbauung den Leserinnen und Lesern zur „Sonntagslektüre“ vorzustellen. Sie halten sich offenbar für berufen und kompetent, Gott erklären zu können. Die Geschichte vom verlorenen Sohn, die auch die Geschichte von den zwei Brüdern oder die Geschichte von der Liebe des Vaters genannt wird, legt Lukas dem von ihm konstruierten Jesus in den Mund. Die Geschichte ist eine von vielen, die sich mit Gerechtigkeit, Liebe, Erbarmen oder Hoffnung beschäftigt und den Menschen eigentlich nur ihre Menschlichkeit erklärt, wie das in vielen Bereichen der Literatur, von der Bibel oder dem Koran bis hin zu Sagen und Märchen, geschieht. Es erübrigt sich, auf das Gleichnis einzugehen.
Ich möchte mich vielmehr mit dem „Murren“ beschäftigen, das Sie den Menschen unterstellen, „wenn Gott sich nicht so verhält, wie sie es von ihm erwarten“, wie Sie schreiben. Menschen hätten ganz bestimmte Bilder und Vorstellungen von Gott schreiben Sie weiter. Ja, ich frage Sie, woher kommen denn diese Bilder und Erwartungen? Meine Bilder und Erwartungen von Gott habe ich von meinen Eltern, meinen Geschwistern, meinen Lehrern und Pastoren und von meiner christlichen Umwelt. Wären meine Eltern nicht christlich und wäre ich nicht in Werl aufgewachsen, hätte ich vermutlich ganz andere Vorstellungen von Gott. Vielleicht wäre ich Moslem oder Gläubiger des Cargo-Kultes, wenn Ihnen das etwas sagt. Es ist geradezu grotesk, wenn Sie beklagen, dass die Bilder und Vorstellungen der Menschen und ihre Erwartungen an Gott zum Murren führen und Sie am Ende Ihrer „Sonntagsgedanken“ dann den Menschen den „unbegreiflich liebenden und barmherzigen Gott“ erklären. Wegen dieser Erklärungen haben die Menschen solche Vorstellungen von Gott! Wenn dieser Gott so liebend und barmherzig ist, wie Sie schreiben (woher wissen Sie das eigentlich?), dann haben Menschen auch ein Recht, diese Liebe und Barmherzigkeit zu erfahren. Da diese Erfahrung ausbleibt, wird mit Recht seit „altersher“ gemurrt. Es ist das Murren der Menschen, die Ihr Gottesbild, das der christlichen Religion haben. Dieser Gott hat genau das Format eines kleinen Potentaten, vor das Sie ihn bewahren wollen. Und sehen Sie nicht den Widerspruch, der darin liegt, dass Gott sich treu bleibe (auch hier die Frage woher Sie das wissen), weil er sich nicht in unsere „Kleinkariertheiten“ einlasse? Auf „Murren“ lässt er sich nicht ein, auf Gebete und Bitten schon? Oder warum beten und bitten die Menschen?
Ihr Gott ist nicht nur darum ein kleinkarierter, kleinkalibriger Potentat, weil er in der Bibel so beschrieben wird, sondern weil Menschen sich in der Lage sehen, ihn zu erklären, zu beschreiben, ihm zu huldigen und sich sogar anmaßen, ihn vertreten zu können. Wenn es dann nicht so läuft, wie sich Christen ihren Gott vorstellen, dann kann man verstehen, dass gemurrt wird. Wer an das Leben glaubt und von einem unvorstellbaren, unbeschreibbaren, über alles im Universum stehenden, Sinn gebenden und von allem Menschlichen freien Gott (noch) nichts weiß, der hat keinen Grund zu murren, außer über sich selbst und seine Mitmenschen.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Such
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| 4 | |  Name: | rb
(info@roteboerde.de)
| | Datum: | Mo 15 Feb 2010 17:57:27 CET | | Betreff: | Antwort auf "Werler Sonntagsgedanken" im Lokalteil Werl des Soester Anzeigers | | | Offener Brief an Herrn Pfarrer Norbert Ziegler, Werl
Von Manfred Such, Lökken, DK
Sehr geehrter Herr Ziegler,
zu meinem 4. Brief auf Ihre „Sonntagsgedanken“ möchte ich Ihnen der Fairness halber mitteilen, dass ich den Brief im Internet unter www.roteboerde.de öffentlich stellen werde, da die Verfasserinnen und Verfasser der „Sonntagsgedanken“ vom Soester Anzeiger das Privileg genießen, ihre Meinung widerspruchsfrei veröffentlichen zu dürfen. Also wähle ich vorerst nur diesen Weg, Religionskritik öffentlich zu machen.
In Ihren Sonntagsgedanken, „Fröhlichkeit erhalten“ stellen Sie einen sicherlich höchst interessanten und bemerkenswerten Bezug zwischen Karnevalsumzüge und dem Beginn der Leidensgeschichte des Jesus von Nazareth mit seinem Gang nach Jerusalem her, den der Bibelgeschichtenschreiber Lukas erfindet. ..“und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“ Wenn man Lukas liest, stellt man häufig fest, wie er Jesus in die Rolle der alten Weissagungen hineinpresst und oft die Geschichte (Historie) mit seinen Geschichten vergewaltigt. Das nur am Rande. Kennen Sie die Geschichte von dem „texanischen Meisterschützen“, der auf ein Scheunentor schießt und anschließend die Einschusslöcher mit Zielscheiben ummalt, um dann einer staunenden, applaudierenden Öffentlichkeit seine Schießkunst zu präsentieren? Das ist das Muster, das Lukas benutzt, um die Weissagungen der Propheten zu erfüllen. Der Unterschied zum texanischen „Meisterschützen“ besteht nur darin, dass Lukas nicht selbst schießt, sondern die „Zielscheiben“ um die Einschusslöcher der Propheten malt, wenn Sie verstehen, was ich meine. Wenn man die Geschichte so liest, dann hat sie wirklich was mit Karneval zu tun und verdient ein kräftiges Tata, Tata, Tata!
Bei dem von Ihnen geschilderten Motto zur Fastenaktion der Evangelischen Kirche „Sieben Wochen ohne“ hoffe ich nicht, dass in der Fastenzeit das Motto der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, „Mach’s mit!“ in Quarantäne gestellt wird. Helau?
In Ihren weiteren „Sonntagsgedanken“ findet sich dann nicht mehr so viel von „Fröhlichkeit erhalten“! „Leiden“, „mein Versagen“, „mein schuldig werden am Nächsten“, „meine Sünde vor Gott“, „Gericht“, „das auf Tod lauert“, „der leidende Gottesknecht, „Ungehorsam des anderen Adam“, „Satan“, „das gegen Gott stehende Böse“ und schließlich, „das Grab muss den Menschensohn wieder hergeben“, sind die Begriffe, die Sie verwenden, um den Menschen dann zu sagen, dass nach all dem Schrecken, der Angst und der Todesbedrohung die Auferstehung stehe. Sie zitieren den letzten Verfasser des Neuen Testaments, Johannes, der Jesus in den Mund legt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Nur leere Einschusslöcher sind das! Diese Hohlräume füllen das Leben nicht aus und viele, die diese „Hohlräume“ bewundern, lassen ihr Leben verstreichen. Eine dem Tod und Verderben trotzende Fröhlichkeit, wie Sie sie im Osterlachen der christlich-orthodoxen Kirche sehen wollen, ist eine bittere, eine traurige Fröhlichkeit.
Da Karneval auf heidnische Bräuche zurückgeht und, wie so viele Feste, von den Christen vereinnahmt wurde, besinne ich mich in dieser Karnevalszeit lieber auf unbeschwerte, nicht von Schuld, Angst und Todesdrohung überschattete Fröhlichkeit nach dem Motto: Heidenspaß statt Höllenangst!
Mit freundlichen Grüßen
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| 3 | |  Name: | RB
(info@roteboerde.de)
| | Datum: | Mo 08 Feb 2010 17:48:13 CET | | Betreff: | Antwort auf "Werler Sonntagsgedanken" im Lokalteil Werl des Soester Anzeigers | | | Offener Brief an Theo Halekotte, kath. Seelsorger, JVA Werl Von Manfred Such, Lökken, DK
Sehr geehrter Herr Halekotte,
da sich die Lokalredaktion Werl des Soester Anzeigers weigert, Gegenpositionen zu „Werler Sonntagsgedanken“ zu drucken, schreibe ich Ihnen und in Zukunft allen Verfasserinnen und Verfasserinnen der „Sonntagsgedanken“ Offene Briefe, die ich auch im Internet unter www.roteboerde.de veröffentliche.
In Ihren „Sonntagsgedanken“ beschäftigen Sie sich mit der Person des Simon Petrus aus dem Lukas-Evangelium, den Sie Ihren Leserinnen und Lesern als eine Person mit Höhen und Tiefen beschreiben. Lukas, der diesem Fischer vom See Genezareth wohl nie begegnet ist, versucht, an der Person und mit den Geschichten, die er zwischen Jesus von Nazareth und Petrus erfindet, die Göttlichkeit Jesu herauszustellen. Das Ereignis des überreichen Fischfangs ist so beeindruckend, dass Simon seine Frau und Familie verlässt und dem Wanderprediger mit weiteren Wandergesellen folgt. Was aus der verlassenen Frau (den Frauen?) wird, lässt Lukas offen. Wurde die Frau des Simon aus Karphanaum eigentlich heilig gesprochen? Und wenn nicht, warum nicht? Weiter lesen (PDF)
Auf dem See Genezareth, als Petrus dem auf dem Wasser wandelnden Jesus hoffungsvoll entgegen geht, kommen ihm offenbar Zweifel, an dem was er da tut, und schon geht es schief. Er versinkt, aber Jesus errettet ihn. Diese Geschichte nehmen die weichgespülten Christen in der heutigen Zeit natürlich nicht mehr so ernst, wie Lukas sie schildert. Diese Geschichte sei allegorisch zu werten und stehe für Vertrauen und festem Glauben. Ich meine, warum sollte Jesus nicht auf dem Wasser gewandelt sein und Petrus dazu verholfen haben? Lukas hat doch auch die Geschichte von der Auferstehung Jesu von den Toten geschildert, und bis heute kommt niemand auf die Idee, dass diese Geschichte reine Allegorie sei! Man sollte die Evangelien schon ernst nehmen oder irre ich da?
Als Jesus Petrus die Füße waschen will, lehnt Petrus das zunächst ab. Dieses rituelle Waschen sei Sklavenarbeit, soll Petrus geäußert haben, wie Lukas und Sie schreiben. Schade nur, dass in diesem Zusammenhang Jesus nichts zur Sklavenhaltung gesagt hat. Das wäre doch die Gelegenheit gewesen und hätte sicher bewirkt, dass Sklavenhaltung schon viel früher in der Kirche aus der Mode gekommen wäre. Der Vatikan war eine der letzten Organisationen, die Sklavenhaltung untersagt haben und hat, so weit mir bekannt, die Menschenrechtskonventionen bis heute nicht unterzeichnet. Das aber nur am Rande!
Sie schildern dann weiter die Lukas Geschichte von der Festnahme Jesu, als der „cholerische Charakter“ Petrus „aufblitzt“ und Petrus einem Soldaten das Ohr abschlägt, das Jesus dann wieder ansetzt. (Dazu s. u.).
Bis auf das Pfingsterlebnis wird dann in den Evangelien nichts mehr über Petrus erdichtet. Paulus tritt auf den Plan und Petrus ist abgemeldet. Die weitere Dichtung erfolgt dann durch Paulus. Von Führung der jungen Kirche durch Petrus, wie Sie schreiben, kann nicht die Rede sein. Eine Kirche gab es bis zum Konzil von Nicäa (325) gar nicht. Es gab heillos zerstrittene Einzelgemeinden, die alle auf das Ende der Welt und die Wiederkunft Jesu warteten. Dass sie damit zu Außenseitern der Gesellschaft wurden und Gefahr liefen, verfolgt und bestraft zu werden, dürfte klar sein.
Ob Petrus in Rom unter Kaiser Nero den gewaltsamen Tod fand, wie Sie schreiben, ist eine Dichtung der Kirche, die nach 325 Staatskirche wurde und dann Ihrerseits bis in die Neuzeit mit der Verfolgung von Nichtchristen, Abweichlern, Ketzern und Hexen begann – mind. 22 Mill. Tote!
Ich möchte aber bei der Dichtung bleiben. Petrus soll sich eine kopfüber Kreuzigung erbeten haben, da er nicht wie sein Meister sterben wollte. Über seinem bisher nicht aufgefundenen Grab wurde dann der Petersdom errichtet. Man findet nur eine Stelle „die ein Grab gewesen sein könnte“, wie es heißt. In der Neuzeit gibt es weitere wundersame Volks- und Kirchendichtung zu Petrus. Da er die Schlüssel des Himmelreiches bekommen hat (das hat noch Lukas erdacht), sitzt er nun für alle Ewigkeit an der Himmelspforte und bewacht den Eingang. Der westfälische Heimatdichter Augustin Wibbelt, Pastor in Ahlen-Vorhelm, dessen heimatverbundene, plattdeutsche Dichtkunst ich sehr schätze, hat auch eine wunderbare Geschichte über Petrus in dem himmlischen Wächterstübchen geschrieben. Dort vertreibt er sich unter anderem die Zeit mit seinem Knecht Malchus. Malchus ist der Soldat, dem er bei der Verhaftung Jesu das Ohr abgeschlagen hat und für den er bei Gott ein gutes Wort einlegte, damit der ehemalige Räuber und Ungetaufte in den Himmel kommen konnte. Na ja, allerdings nur bis ins Wächterstübchen. Dort fangen die beiden aus den Fenstern in Richtung Weltall mit langen Angeln Kometen, die sie dann einsperren und zum Jüngsten Gericht auf die Erde loslassen wollen. Wenn Malchus Petrus ärgern will, kratzt er sich schon mal am Ohr. Nebenbei macht Petrus auch noch das Wetter. Das weiß ja jeder. Augustin Wibbelt hat seine Geschichte, im Gegensatz zu Lukas und den anderen Dreien, „Märchen für große und kleine Kinder genannt“!
Falls Sie mal selbst von Ihrem „Ausflugtipp“ Gebrauch machen und mal wieder vor dem Petrusfenster in der Werler Propsteikirche sitzen (und träumen?), ein Tipp von mir, lesen Sie dabei Augustin Wibbelt: Waldbruders Reise in den Weltenraum. Verlag Fredebeul %26 Koenen KG, Essen, 1950. In dem Buch ist auch ein sehr schönes Petrusbildchen.
Mit freundlichen Grüßen
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| 2 | |  Name: | Marion Knück
(@mach-ma@t.online.de)
| | Datum: | Di 26 Jan 2010 11:34:58 CET | | Betreff: | Landtagswahlprogramm der Linken | | | Hallo erstmal, hiermit gratuliere ich der Linken zum Landtagswahlprogramm NRW.Ich habe mir die Passage Forderung nach Ethik- unterricht durchgelesen und habe festgestellt,das die Forderung nach Abschaffung des Religionsunterichtes verschwunden war.Offensichtlich sind genug Menschen da gewesen,die genauso gedacht haben wie ich.Das man so etwas nicht fordern darf,ohne politischen Schaden davon zutragen.Meine Stimme habt Ihr!Ich habe gesehen das es doch so etwas wie Demokratie gibt! Ich hoffe das viele die Linken wählen werden,das sie die Abschaffung der Billigarbeitspläze vorantreiben kann. Viel Glück! | | | Antworten auf diesen Eintrag | | |
| 1 | |  Name: | rb
(info@roteboerde.de)
| | Datum: | So 04 Okt 2009 19:42:52 CEST | | Betreff: | Schwarz - Gelb. Was erwartet uns? Wie sehen Alternativen aus? Wie kann gesellschaftliche Gegenwehr aussehen? | | | Nach der Wahl wird es eine CDU - FDP Regierung geben. Erwartet wird, das die Folgen der Krise auf die "kleinen" Leute abgewälzt wird. Ist es für die politische Linke auch eine Chance Alternativen zu entwickeln? Oder ist es vielmehr nach den Erfahrungen mit Rosa-Grün und Schwarz - Rosa egal wer regiert? | | | Antworten auf diesen Eintrag | Zeige Antworten auf diesen Eintrag
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